Seelsorge und Kirche in Aschach

Seelsorge und Kirche in Aschach

Die Gründung der Pfarrei Aschach kann urkundlich nicht bestimmt werden. Angeblich richteten die Amberger im 10. Jahrhundert die Bitte an den Bischof, eine eigene Kirche bauen zu dürfen, um nicht mehr nach Aschach gehen zu müssen.

Die Pfarrei gehörte 1326 zum Dekanat Schwandorf. Um 1450 bildete Aschach selbst ein Dekanat; es umfasste Kemnath, Amberg, Hahnbach, Sulzbach, Schwandorf und Fronstetten. 1487 wurde Aschach neben Amberg, Sulzbach, Hahnbach, Schwandorf, Lintach zum Dekanat Hirschau gezählt.

Interessante Angaben über die Pfarreien in der Regensburger Diözese bringt das Visitationsprotokoll von 1508, das von Msg. Dr. Mai stammt. Über die Pfarrei Aschach erfahren wir, dass sie damals St. Ägidius geweiht war, dem Kurfürsten unterstand und von ihm verliehen wurde. 200 Gläubige zählte sie, 50 mehr als nach dem 30-jährigen Krieg, 150 Jahre später. Einen Kooperator hatte man in der Pfarrei nicht, der einzige Friedhof lag um die Ägidiuskirche. Die Filialkirche Krumbach war St. Peter, die in Weiher der Jungfrau Maria geweiht.

Kritisch wurde das Verhalten der Kleriker überprüft. In Aschach war damals Johann Reysinger Fühmessbenefiziat am Altar der seligen Jungfrau Maria; diese Pfründe war kurfürstliches Lehen; 20 Gulden betrug das Jahreseinkommen dieser Stiftung. Der Visitator war mit Reysinger nicht zufrieden, da dieser mit einer Frau zusammen hauste und mehrer Kinder hatte. Er hatte sie wegzuschaffen, lautete die Anweisung. Der Inhaber der Pfarrpfründe war Christoph Mentzel, der zu dieser Zeit eine Stelle in Heidelberg hatte. Als sein Vikar betreute Caspar Payr die Pfarrei Aschach. Auch am Vikar rügte man, dass er im Hause eine zweite felhafte Frauensperson habe, die ausziehen müsse. Diese Einträge von 1508 zeigen, dass in Aschach die kirchlichen Vorschriften zum Zölibat wenig beachtet wurden, wobei zu sagen ist, dass die Landbevölkerung diese Lebensweise ihrer Geistlichen damals als nicht anstößig empfand. Eine Köchin und eine Magd waren in den Dorfpfarrhöfen, die mit arbeitsintensiver Landwirtschaft verbunden waren, kaum zu entbehren.

Pfarrer Johann Kraus amtierte seit 1552 in Aschach. Er hing der neuen Lehre Calvins an, weshalb sich die katholisch gebliebene Minderheit beschwerte, da er die Stiftsgottesdienste nicht mehr zelebrierte, aber die Einkünfte behielt. Von 1556 bis 1626 herrschten die calvanischen Prediger in Aschach. Als erster wieder katholischer Pfarrer nach dieser Zeit wurde Dr. Jakob Derschel 1626 vom Churfürsten von Bayern eingeführt. Um 1670 war Aschach Filiale der Pfarrei Lintach.

Ein bedeutender Pfarrer war von 1759 - 1786 Lic. Theol. Johann Guttmann, ein Amberger Bürgermeistersohn, zugleich Dekan des Dekanates Hirschau. In seine Amtszeit fiel der Neubau der jetzigen St. Ägidius-Kirche. Pfarrer Johann Baptist Stock, vorher Präfekt im Knabenseminar in Amberg und Präses der Marianischen Männerkongregation, ist aus dem 19. Jh. zu erwähnen. Er war wohl Initiator und Erbauer der Donatus-Kapelle. Die Pfarrei gehört jetzt zum Dekanat Amberg-Ensdorf.

Die Pfarrei umfasste Aschach, Immenstetten, Gressmühle, die Hofmark Raigering und die Filialgemeinde Krumbach. Seit der Einweihung der St.-Josefs-Kirche in Raigering 1971 gehört ganz Raigering zur Pfarrei. Heute zählt die Pfarrei Aschach-Raigering mit ihrem Pfarrherrn Eduard Kroher mehr als 2400 Seelen. Neben dem Pfarrzentrum in Raigering befindet sich der Kindergarten St. Josef.


Zum Kirchenbau

1749 wurde die Vorgängerkirche von St. Ägidius abgerissen und an ihrer Stelle das Langhaus der heutigen Kirche an den Ostturm des alten Kirchleins angebaut. Baumeister war Maurermeister Josef Wolf. Der alte Turm wurde 1766 auch abgerissen und durch einen mächtigen, quadratischen Turm mit nach Osten vorgelagerter Sakristei ersetzt. In diesen Turm wurde der Chor mit Hochaltar eingezogen. Die Kirche wurde mit drei Rokoko-Altären ausgestattet, von denen die Hochaltarmensa und der Tabernakel-Aufbau in Stuckmarmor ausgeführt wurde. Leider ist das ursprüngliche Hochaltarbild nicht mehr vorhanden. Wohl bei der Renovierung von 1894 bis 1908 wurden die Altarbilder durch neue im damaligen Nazarener-Stil ersetzt. In den letzten Jahren erfolgte die Sanierung der Sakristei und des aus dem Jahre 1749 stammenden Glockenstuhls.
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