Der Burgstall

Gegenüber der Pfarrkirche St. Ägidius befindet sich eine abgegangene Burg (Burgstall), eine der ältesten in unserem Raum. Die Burg war Stammsitz des Edelgeschlechts der Aschacher, das keinem Lebensherrn verpflichtet war. Als erster Vertreter wird um das Jahr 1085 ein Henricus de Aschach genannt. Die Familie dürfte auch den Wohnturm - den Stilmarken nach im 12. der 13. Jahrhundert - errichtet haben. Dieses Geschlecht verkaufte wahrscheinlich um 1180 seine Güter in Aschach und Umgebung, denn es wird ab dieser Zeit nicht mehr in Urkunden erwähnt.

Das gespaltene Wappen des Aschacher Edelgeschlechts führte einen roten Vogel mit Kreuzschnabel.

Die Burg kam im 14. Jahrhundert an die Pfälzer Kurfürsten, die sie an adelige Familien auf Erbrecht als Leben vergaben. Erstmals für das Jahr 1484 ist belegt, dass sie Sitz eines landesherrlichen Forstmeisters wurde. Zum Forstsitz Aschach gehörten das Schloss, ein Stadel, zwei Ställe, ein Wagenschuppen sowie 6 Tagwerk Äcker, 3 Tagwerk Wiesen und der Schlossgarten. Die Schweden setzten 1634 die Burg in Brand, wobei der Turm bis auf die Grundmauern abbrande. Er wurde jedoch wieder aufgebaut.

Der Forstsitz wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts - im Zuge einer Neuorganisatin der Ämter in Bayern - aufgelöst und die ehemalige Burg gelangte in den Besitz vón Bauern. 1862 kaufte ein Amberger Bürger, M. Baumann, den Turm, trug die oberen Stockwerke ab und verwendete die Steine zur Erweiterung seiner Fabrik in Amberg. Danach erfolgte der Um- und Ausbau zu einem Wohnhaus. Vr 20 Jahren musste dieses wiederum einem Neubau der Familie Graubmann weichen, der sich an der Baugestalt der mittelalterlichen Anlage orientierte und einen Teil der Grundmauern integrierte.



Beschreibung der ursprünglichen Anlage

Der Burgstall befand sich auf einem Hügel am Rand einer Hochfläche und wurde auf drei Seiten durch natürliche Steilhänge und im Osten durch einen künstlichen Halsgraben geschützt, eine typische Spornanlage. Das Hauptgebäude bildet ein quadratischer Wohnturm mit gewölbtem Untergeschoss. Dessen 3 m dike Mauern bilden heute noch den Keller des neuen Wohnhauses. Auch eine steinerne Treppe zum Keller ist noch vorhanden, genauso wie die Außenverschalung aus mächtigen Quadern aus dem hier als Felsen vorkommenden Rhätsandstein an der Nord- und Westseite.

Die Anlage represäntierte den Typ der mittelalterlichen Turmburg mit Wohn- und Wehrfunktion in einem Gebäude. Die Außenmaße des dreigeschossigen Wohnturms mit steilen Giebeln betrug 12 m x 12 m. Der Eingang dürfte im zweiten Stock gewesen sein mit einer bei Gefahr abwerfbaren Treppe.

Nach einem Stich von Hanns Kannlpaldung aus dem Jahre 1589 ist die Anlage von einer Ringmauer mit Wehrgang umgeben. Diese scheint schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts abgebrochen worden zu sein. Innerhalb dieser Mauer befanden sich auch die Wirtschaftsgebäude. ein 25 m tiefer Brunnen, der noch erhalten ist, wurde südlich des Wohnturms angelegt. Die Skizze zeigt außerdem den mit einem Flechtzaun umgebenen Ort mit strohgedeckten Dächern und die Kirche St. Ägidius.

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